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Peak Shaving mit Gewerbespeicher: wann rechnet es sich?

Ob ein Batteriespeicher zur Lastspitzenkappung wirtschaftlich ist, entscheidet nicht der Speicherpreis, sondern die Form Ihres Lastgangs. Wie man das in einer Stunde anhand der RLM-Daten prüft.

Christian Mader · Stand September 2026 · Lesezeit 5 Minuten

Worum es geht: der Leistungspreis

Gewerbekunden mit registrierender Leistungsmessung (RLM, in der Regel ab 100.000 kWh/Jahr) zahlen neben dem Arbeitspreis einen Leistungspreis. Abgerechnet wird die höchste gemessene Viertelstunden-Leistung des Jahres (bei manchen Netzbetreibern des Monats). Eine einzige Viertelstunde mit 400 kW statt 300 kW kostet je nach Netzbetreiber und Benutzungsstundenzahl grob zwischen 5.000 und 20.000 € im Jahr – für 15 Minuten.

Peak Shaving heißt: Ein Speicher entlädt in genau diesen Viertelstunden und drückt den Netzbezug unter eine Grenze. Er muss dafür nicht viel Energie liefern, aber zuverlässig im richtigen Moment.

Die Rechnung in vier Schritten

1. Lastgang besorgen

Der Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber liefert die 15-Minuten-Werte des letzten Jahres (35.040 Werte). Ohne diese Daten ist jede Aussage Spekulation.

2. Spitzen analysieren

Entscheidend ist nicht die Höhe der Spitze, sondern ihre Breite: Wie viele Viertelstunden im Jahr liegen oberhalb einer Zielgrenze, und wie viel Energie steckt in der Fläche darüber? Ein Betrieb mit wenigen kurzen Spitzen (Anfahren von Maschinen, Ladevorgänge) ist ideal. Ein Betrieb, der acht Stunden am Tag gleichmäßig auf hoher Last fährt, braucht einen viel zu großen Speicher.

3. Speichergröße bestimmen

Aus der größten zusammenhängenden Fläche über der Zielgrenze ergibt sich die nötige Kapazität (kWh), aus der Differenz zwischen Spitze und Zielgrenze die nötige Leistung (kW). Dazu Sicherheitsreserve für Prognosefehler, Alterung und Wirkungsgrad – realistisch 20–30 %.

4. Ersparnis gegen Kosten stellen

Ersparnis = (alte Spitze − neue Spitze) × Leistungspreis, abzüglich Speicherverluste. Dem stehen Speicher, Umrichter, Steuerung, Netzanmeldung und Installation gegenüber. Amortisationszeiten unter sieben Jahren sind bei spitzen Lastprofilen und hohen Leistungspreisen erreichbar; bei flachen Profilen rechnet es sich häufig nicht – dann sagen wir das auch.

Beispiel: Zielgrenze 300 kW, bisherige Spitze 380 kW, Spitzen jeweils höchstens 45 Minuten breit. Nötig: ca. 80 kW Leistung und 60 kWh nutzbare Kapazität, mit Reserve ein 100-kW/100-kWh-System. Bei 120 €/kW Leistungspreis spart die Kappung um 80 kW rund 9.600 € pro Jahr.

Die Regelung ist der kritische Teil

Ein Speicher, der die Spitze verpasst, weil er in der falschen Viertelstunde leer war, spart nichts – der Leistungspreis wird an der höchsten Viertelstunde des Jahres festgemacht. Die Regelung muss deshalb den Bezug in Echtzeit am Netzanschlusspunkt messen, die laufende Viertelstunde hochrechnen, rechtzeitig entladen und den Speicher zwischen Spitzen wieder laden, ohne selbst eine neue Spitze zu erzeugen. Dazu kommen PV-Erzeugung, Ladeinfrastruktur und Verbraucher, die sich mitsteuern lassen. Das ist Steuerungstechnik, keine App-Einstellung.

Weitere Erlöse – mit Vorsicht

Der gleiche Speicher kann Eigenverbrauch erhöhen, PV-Einspeisung begrenzen (Nulleinspeisung, § 14a) oder in Vermarktung gehen. Jede zusätzliche Nutzung konkurriert aber mit dem Peak Shaving um Kapazität. Die Prioritäten legt die Regelstrategie fest – am besten, bevor der Speicher dimensioniert wird.

Zur Leistung Energiemanagement & Speicher → · Senden Sie uns Ihren Lastgang, wir rechnen es durch.

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